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Die Sache mit der Anatomie – Hier findest du einige Muskeln, Funktionen und Dysfunktionen!

  • Autorenbild: Christina Reineke
    Christina Reineke
  • 7. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

So oft bekomme ich die Frage nach Abbildungen, auf denen die Muskeln gezeigt sind, an denen wir in der Einheit gearbeitet haben. Viele meiner Kunden können sich nur schwer vorstellen, wo die Muskeln liegen und wie sie verlaufen.

Deshalb habe ich versucht, euch einige Muskeln, die ich ständig in meinen Einheiten erwähne, in einer Abbildung aufzuzeichnen.


Natürlich sind hier bei weitem nicht alle Muskeln aufgezeichnet. (Dann würde da auch keiner mehr den Überblick behalten!)


Auch die Lage der Muskeln findet ihr in Anatomiebüchern nochmal genauer dargestellt. Aber um eine grobe Idee zu bekommen, welche Muskeln wo liegen, ist diese Abbildung denke ich schon mal ganz gut.

Natürlich schreibe ich euch auch kurz 1,2 Sätze zu den Muskeln!

Generell kannst du dir die Funktion der Muskeln relativ leicht ableiten. Schaue dir an, wo der Muskel liegt und stelle dir vor, was passiert, wenn du ihn im Faserverlauf verkürzt. Und schon hast du die Funktion.


- M. brachiocephalicus (Der Oberarm-Kopfmuskel)

Wenn man sich Oberarm-Kopfmuskel merkt, hat man eigentlich schon fast alles, was man braucht. Der zieht vom Oberarm des Pferdes zum Kopf. Das bedeutet auch, dass er in der Vorführphase das Vorderbein nach vorn bewegt und in der Standbeinphase des Vorderbeins zieht er den Kopf zur Seite (Wenn eine Seite arbeitet), oder nach unten (wenn beide Seiten gleichzeitig arbeiten).

Befindet er sich in Dysfunktion, wirkt der Hals kurz und fest. Die Pferde stabilisieren sich gern über diesen Muskel, wenn die Rumpftrageschlaufe dysfunktional arbeitet.


- M. rhomboideus

Der Rhomboideus verbindet Nackenband und Schulter miteinander. Er zieht vom Schulterblattknorpel zum Nackenband und bewegt das Schulterblatt nach vorn.

Befindet sich dieser Muskel in Dysfunktion, liegt er fest am Hals des Pferdes an. Den Pferden fällt sowohl ein korrektes Absenken des Kopfes, als auch ein korrektes Anheben des Rumpfes schwer. Er wirkt wie ein Verhinderer.


- M. serratus ventralis und cervicis

Pferde besitzen im Gegensatz zu uns Menschen kein Schlüsselbein. Das hat zur Folge, dass der Rumpf des Pferdes nicht knöchern mit den Schultern verbunden ist. Er ist nur muskulär aufgehangen, wie eine Schaukel. Dafür gibt es eben verschiedene Rumpfträger. Der wichtigste ist der M. serratus.

Der M. serratus hat 2 Anteile: Den Halsanteil (M. serratus pars cervicis) und einen Rumpfanteil (M. serratus pars ventralis). Er ist ein großer, gezahnter Muskel, der als Hauptrumpfträger fungiert. Ist er in Funktion, schwingt der Rumpf nach oben und nach unten. Eben wie eine Schaukel, die an Gummibändern befestigt wurde.

Ist der Serratus in Dysfunktion, schwingt er nurnoch in eine Richtung (zum Beispiel nur nach unten), oder der Rumpf ist festgehalten und schwingt garnicht mehr. Als wären die Gummibänder unserer Schaukel gegen feste Stahlseile ausgetauscht worden. Zudem kann es sein, dass beide Seiten unterschiedliche Ausprägungen haben. Dann hängt unser Rumpf schief, wie die Schaukel, die ich nur an einer Seite verkürzt habe.

Ist die Dysfunktion weiter fortgeschritten, sinkt der Rumpf zwischen den Schulterblättern ab.


- Mm. pectoralis

Die Mm. pectoralis sind unsere große Brustmuskulatur. Auch er hat verschiedene Anteile (deswegen auch Mm). Einen absteigenden Teil (pars desvendens), einen quer verlaufenden Teil (pars transversus) und einen tiefen Anteil (profundus).

Warum ist der jetzt so wichtig?

Wir erinnern uns, was passiert, wenn sich der Serratus in Dysfunktion befindet. Die Seile unserer Schaukel sind starr, der Rumpf sinkt ab. Würde der Rumpf jetzt immer weiter absinken, würde er doch theoretisch durch die Vorderbeine durch fallen (Achtung, sehr vereinfacht erklärt!!).

Damit das nicht passiert, stellt unser Pferdekörper die Vorderbeine eng zusammen und schaltet die Pectoralmuskulatur ebenfalls in Dysfunktion. So ist der Rumpf fixiert und „Kann nicht zwischen den Vorderbeinen hindurch fallen.“

Ansich ist das eine sehr schlaue Möglichkeit vom Körper, sich selbst zu schützen.

Diese Dysfunktion bringt zur leider neue Probleme mit sich, wie angeklemmte Ellenbogen, Gurtzwang und eng stehende Vorderbeine.


- M. latissimus dorsi

Der Latissimus, auch breiter Rückenmuskel genannt, zieht aus der thorakolumbalen Faszie heraus bis an die Innenseite vom Oberarm. Er ist für die Rückführung des Vorderbeins, sowie für Adduktion (das Heranziehen) und Innenrotation des Vorderbeins zuständig.

In Dysfunktion entsteht eine große feste Struktur hinter dem Schulterblatt. Die Pferde werden rückständig im Vorderbein, die Vorführphase des Vorderbeins ist eingeschränkt und die Pferde stehen innenrotiert und eng vorne.


Du siehst: Jeder Muskel hat seine eigene Funktion und alles hängt mit allem zusammen. Jetzt fragst du dich bestimmt: „Welche Stellschraube soll ich hier denn als erstes lösen?“ Melde dich gern für eine erste Einheit bei mir, dann schauen wir uns dein Pferd gemeinsam an und ich zeige dir erste Übungen, mit denen du deinem Pferd selbst helfen kannst!


Hast du noch Fragen zu den Muskeln? Dann schreib mir gern eine Nachricht!


Bis zum nächsten Mal, Christina!

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