Was passiert eigentlich bei Bewegungseinschränkungen mit dem Gewebe? Und was sind Cross Links?
- Christina Reineke
- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Hast du dich auch schon mal gefragt, was bei einer Bewegungseinschränkung eigentlich im Gewebe passiert?
Ich erklärs dir!
Gehen wir mal davon aus, wir haben ein Pferd mit einem Sehnenschaden. Dieses Pferd hatte nach der Verletzung etwas Boxenruhe und nun ist das Bein nicht mehr so beweglich wie vorher. Das heißt die sogenannte Range of Motion ist eingeschränkt. Aber was genau passiert da eigentlich im Gewebe?
Der Organismus eines Pferdes ist immer darauf aus, unseren Körper möglichst stabil zu bekommen. Im Notfall, wenn der Säbelzahntiger kommt, muss das nicht schön aussehen, aber wegrennen und flüchten muss drin sein. Ob das auf 3 Beinen passiert oder optimal aufgespannt, das ist dem Organismus relativ egal. Hauptsache überlebt!
Haben wir jetzt zum Beispiel einen Sehnenschaden, ist durch diese Verletzung im ersten Moment eine Instabilität im Körper vorhanden. Und um diese Instabilität zu kompensieren, baut der Körper Wasserstoffbrückenbindungen, sogenannte Cross Links (auf deutsch Querverbindungen) in unsere Kollagenfasern ein. Diese Cross links sorgen für mehr Stabilität, aber gleichzeitig auch für weniger Mobilität. Wie die Wäscheklammern in meinem Halstuch in dem Video.
Und wenn wir es dann in denn ersten 6 Wochen nach dieser Verletzung durch Osteopathie oder sinnvolles Training schaffen, das Gewebe in alle Richtungen zu bewegen und zu belasten, dann lösen sich diese Wasserstoffbrückenbindungen wieder auf und das Gewebe kann sich wieder funktional bewegen.
Wird das Gewebe in den ersten 6 Wochen nicht mobilisiert, bleiben diese Wasserstoffbrückenbindungen vorhanden und der Körper baut sie zu festen Cross links um. Diese lassen sich dann nicht mehr lösen. Dann dauert es 300-500 Tage, bis die Kollagenfaser ihre Lebenszeit beendet hat und der Körper eine neue, gesunde Kollagenfaser bildet. Das ist ein ganz normaler, pathophysiologischer Prozess.
Dann ist wieder die Frage, ob sich der Körper in den ersten 6 Lebenswochen der Kollagenfaser in alle Bewegungsrichtungen bewegt. Wenn nicht, passiert dieser Kreislauf wieder von vorn!
Dieses Prinzip im Gewebe passiert übrigens auch bei allen anderen Erkrankungen, die mit Bewegungseinschränkungen in Verbindung stehen!
Du siehst also: Für das Gewebe ist Bewegung essenziell! (Achtung: Das gilt natürlich nur für sinnvolle Bewegung im erlaubten Rahmen! Sinnvolles Rehatraining braucht immer einen Plan! Schreib mir gern, wenn Du Unterstützung brauchst!!)
An diesem Beispiel wird auch klar, warum eine osteopathische Behandlung besonders in den ersten 6 Wochen absolut wichtig ist. Und es wird auch klar, warum wir mit sinnvollem Training unser Gewebe „Umbauen“ können.
Hast du noch fragen dazu? Dann melde dich gern bei mir! Deine Christina!


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